Tumblelog by Soup.io
Newer posts are loading.
You are at the newest post.
Click here to check if anything new just came in.
cracknigger
überhaupt gehört der Nahe Osten und allgemein die islamische Welt zu den Gebieten mit der kürzesten Kolonialgeschichte. Nordafrika, die Levante, der Irak und immer mal wieder auch der Iran waren bis zum Zerfall des Osmanischen Reiches Anfang des 20. Jahrhunderts mal mehr (Nordafrika: die Barbareskenstaaten, die ihre Existenz weitestgehend durch vom Sultan befürwortete massive Piraterie des Mittelmeers und seiner Küsten finanzierten, einhergehend mit der massiven Versklavung der gefangenen Christen), mal weniger autonome Teile desselben; ab 1920, nachdem das Osmanische Reich zerfallen war und eine Vielzahl von Kleinstaaten sich zu etablieren versuchte, übernahm z.B. Großbritannien Syrien als "Mandatsgebiet" des Völkerbundes für etwa 30 Jahre. Den Großteil der strukturellen Schwächen in diesen Gebieten haben die Länder in der Region nicht etwa einer grausamen, gewaltsamen Unterwerfung durch den Westen zu verdanken - die zumindest im Nahen Ostens schlicht nicht stattfand - sondern dem Mismanagement in einem über 200 Jahre langsam zerfallenden, überdehnten, durch und durch korrupten Großreich, das gegen Ende von Unabhängigkeitsbewegungen und erwachsenden religiösen Fanatikerbewegungen (die al-Saud-Familie, Könige von Saudi-Arabien, sind beides: wahabitische Beduinen, die ihr ultraorthodoxes Reich in genau dieser Zeit etablierten - so lange gibt es das Land nämlich noch nicht) erschüttert wurde. 

fun fact, Teil 2: der Großteil des afrikanischen Bodens in Fremdbesitz gehört China. Die waren nämlich wesentlich aufmerksamer, als sich die Sowjets und die USA in Kuba, Peru, Mosambik und Angola stellvertretend bekriegten; besonders Zentralafrika, also Uganda usw., ist chinesisch dominiert. fun fact, Teil 2.5: da wohnen gar keine Muslime, die gibts nur im Norden - also da, wo außer Wüste ohnehin nicht viel zu holen ist.

Ich bestreite ja gar nicht, dass multinationale westliche Großkonzerne arme Länder ausbeuten, aber davon sind nicht-muslimische Länder einfach viel stärker betroffen - Ostasien (Indonesien jetzt mal ausgenommen), West-, Zentral-, und Südafrika, der indische Subkontinent, Mexiko und generell Lateinamerika - aber wann genau hat das letzte Mal ein atztekischer Nahuatl-Fanatiker ein Attentat in einer spanischen U-Bahn verübt? Oder ein namibischer Herero-Ultranationalist ein Auto in die Fußgängerzone von Remagen gesteuert? Oder ein Aborigine britische Soldaten in Dorset mit einem Bumerang enthauptet?

Ganz genau. Wie verbohrt kann man sein, hier dreist Victim Blaming zu betreiben (auch wenn ich dieses Wort verabscheue) und irgendwelche durchgedrehten Ultrakonservativen mit Allmachtsfantasien und exakt gar keinem Respekt vor der Menschenwürde als arme unterdrückte antikapitalistische Freiheitskämpfer darzustellen und so tun, als hätte ihre rückständige Wüstenreligion nichts mit all dem zu tun? Mir ist schon klar, dass du ursprünglich mal @verschwoerer warst und dementsprechend komplett entkoppelt von jeder unideologischen Betrachtungsweise der Welt fröhlich in deiner absurden Verschwörungswelt freidrehst, aber nichtsdestotrotz möchte ich von Herzen mein Anliegen an dich formulieren: Komm mal klar, du Ficker.

Reposted bynaichfafnirscave

Don't be the product, buy the product!

Schweinderl